Innehalten

Innehalten

Zeitpunkt:
21./22. Dezember

Themen:
Innehalten, Stille, tiefster Punkt, Kontemplation, Chaos  – daraus entsteht Wandlung, Presencing, Wendepunkt

Unternehmen/Projekte:
Entschleunigung, „Orte der Stille“ finden, aus der Metaebene betrachten, soviel wie möglich ruhen lassen, nichts wollen, sich mit der tiefsten Quelle verbinden und aus dem Nullpunkt das Neue entstehen lassen; Netzwerke pflegen, Verbündete finden → Resilienz schaffen
Aus dem Chaos die neue Ordnung entstehen lassen. Vernachlässigtes hervorholen.
„Kassasturz“: Themen, Aufgaben, Ressourcen und Defizite erkennen. Den Wendepunkt erlauben:
„Wendepunkte sind Umwendung und Loslassen. Das Individuum schaut durch seine Augen oder unsere Wahrnehmung beginnt, vom Ganzen her stattzufinden. Als Einzelne sehe ich mich als Teil des Systems („Balkonperspektive“) und gleichzeitig sehe ich den Prozess, der das Ganze hervorbringt. Die Wahrnehmung findet nicht mehr nur von einem einzelnen Punkt aus statt, sondern von mehreren Punkten gleichzeitig, von dem den Kontext umgebenden Feld. „Das Feld, das sich kennt“.
Prof. Eleanor Rosch, Kalifornien, führende Kognitionsforscherin, „Primary Knowledge“

Unternehmensritual:
Entspannungsritual, Wunschritual  – „die etwas andere Weihnachtsfeier“…

Details
Was geschieht jetzt im Jahreslauf?
Am 21. Dezember ist ein Wendepunkt. Wintersonnenwende – die Sonne steht am Tiefpunkt ihrer Bahn, die Tage sind kurz, die Nächte die längsten im Jahr. Meist bedeckt eine Schneedecke das Land, alles ruht. In der Erde bereiten sich die Organismen ganz langsam auf neues Wachstum vor. Nach außen ist nichts erkennbar. Das Licht nimmt nur ganz langsam, kaum merkbar zu.

Bis vor ca. 200 Jahren lebten 80% der Menschen von und in der Landwirtschaft. Sie waren ganz alltäglich in die Naturrhythmen eingebunden. Die Zeit des Winters war eine Zeit des Rückzugs ins Haus, des nach Innen Gehens. Die schweren körperlichen Arbeiten wurden weniger, auch wegen des kurzen Tages. Also blieb Zeit zum Ruhen, für Arbeiten im Haus, zum Rückschau halten, Geschichten erzählen, Schlafen.

Der Körper durfte ruhen – und das tut das Immunsystem heute noch! Es ist in den Winter-monaten auf Ruhe eingestellt, die Körperfunktionen laufen langsamer als im Sommer! Kein Wunder, dass wir für Infekte (wie immer sie dann heißen, von Husten über Grippe zu Entzündungen) besonders anfällig sind.

Es ist an der Zeit, zu entschleunigen, langsamer zu werden und unsere eigenen Rhythmen zu spüren und leben. Es ist die Zeit , die eigenen, tief liegenden Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte in der Stille und Ruhe auftauchen zu lassen, sie zu sehen und wirken zu lassen. Und ausreichend zu schlafen. Schlaf ist die natürlichste und größte Regenerations- und Heilquelle, Krafttankstelle, die wir haben. Schlaf stärkt das Immunsystem. Im Schlaf verarbeiten und integrieren wir was wir tagsüber erfahren und gelernt haben.

Entsprechung im Unternehmen: Leadership-Qualität INNEHALTEN
Raum öffnen für weites schräges offenes ungewöhnliches maßloses verrücktes Denken. Betrachtungen von der Metaebene oder aus der größten Tiefe, dem Presencing.
Presencing ist ein Begriff, den Claus Otto Scharmer geprägt hat. Er setzt sich zusammen aus Sensing und Presence = sich mit der Quelle der höchsten Zukunftsmöglichkeit verbinden und ins JETZT bringen.
„Presencing“ ist eine Bewegung, in der wir unserem Selbst aus einer entstehenden Zukunft heraus begegnen. „Zukunft ist die Kunst, in der das Dasein in seinem eigensten Seinskönnen auf sich zukommt.“ C.O. Scharmer
Beim Sensing/Hinspüren verschiebt sich der Ort der Wahrnehmung zum gegenwärtigen Ganzen. Beim Presencing verschiebt sich der Ort der Wahrnehmung zur Quelle eines möglichen zukünftigen Ganzen.

Innehalten ist nicht immer „Nichts tun“, Innehalten ist aber gewiss „nicht das Übliche tun“. Und manchmal ist einfach Warten dran, wie bei einer Geburt:

„Es ist wichtig das Wesen der Geburt zu achten. Manchmal ist einfach warten dran. Wir wollen oft nach der Geburtszange greifen, aber ist normalerweise besser, das Wesen der Geburt zu erkennen und zu achten“.
Karen Speerstra, gelernt von Hebammen

Möglich Fragen bzgl. des Gesamtunternehmens

• Wie kann wieder Entschleunigung erfolgen?

• Was können Orte der Stille im Unternehmen sein?

• Wie erreichen Führungskräfte eine Haltung des „Presencing“ (C. O. Scharmer) ?

• Wie kann die Beziehung unter den Mitarbeiter*innen gestärkt werden?

• Welche innovativen Ideen, Prinzipien, Projekte gibt es, die wir bisher nicht sehen konnten? Und die jetzt bereit zur „Geburt“ sind?

• Was wird auf keinen Fall mehr fortgeführt?

• Wie können innovative Ideen, Prinzipien, Projekten mit den Mitarbeiter*innen gemeinsam erträumt und umgesetzt werden? Wie können die Mitarbeiter*innen in bereits vorhandene Ideen eingebunden, vertraut gemacht werden?

• Wie kann scheinbar Unmögliches weiter entwickelt werden?

• Was ist heute in meiner Branche „state of the art“? Worin sind wir Pionier*innen?

• Haben wir eine lernende Organisation