Ich bin weicher geworden

„Ich bin weicher geworden, sagte neulich auch eine Freundin zu mir“, ist einer der Aussagen im Gespräch mit Regina Schlager über ihren aktuellen „Weg der Königin“. Regina Schlager ist Coach, Autorin, geerdete Philosophin und begleitet Frauen und Männer, in tiefen Kontakt mit sich selbst zu kommen und ihre Berufung zu gestalten. 2016 erschien ihr Buch »Mutig mit dem Herzen führen. Gespräche mit Frauen, die ihre Berufung gestalten«. Seit März 2018 besucht sie den einjährigen Lerngang „Weg der Königin – aus der weiblichen Kraft gestalten und führen“ in der GAIA-Akademie im Schloss Eschelberg. Dafür reist sie regelmäßig mit dem Zug von Zürich nach Eschelberg an und bereichert die „königliche“ Frauengruppe. Im Dezember 2018 sind sieben der insgesamt neun Module erlebt – und Veronika Lamprecht, die gemeinsam mit Eva Peter den Königinnen-Lerngang entwickelt hat und leitet – bittet Regina um ein offenes Gespräch:

Was begeistert dich persönlich und beruflich? Wo und wir wirkst du? Was kommt durch dich in die Welt?

Mich begeistert, Frauen zu begleiten, in ihre Kraft zu kommen und das zu gestalten, was sie als ihre Berufung erkennen. Dazu gehört die Auseinandersetzung damit, was ein gutes, schönes Leben für einen selbst bedeutet. Für die meisten Menschen, mit denen ich arbeite, geht es darüber hinaus um eine Erweiterung des Selbst-Verständnisses: Sie erleben sich dann nicht mehr als isoliert und abgekapselt, sondern eingebunden in größere Zusammenhänge. Sie wollen etwas beitragen zu positiver Veränderung in der Welt, vor allem auch der Wirtschaft –  eine neue Geschichte wählen und gemeinsam entfalten, statt der alten des „Business as usual“ mit Hamsterrad, grenzenlosem Wirtschaftswachstum und Zerstörung der Natur.
Ich mache das mit Coaching-Einzelbegleitungen, Workshops und durch meinen monatlichen Courage Circle. Außerdem schreibe ich regelmäßig Blogartikel und gebe den Audio-Podcast „Berufung gestalten: Selbst, Sinn, Leadership“ heraus.

+ Warum und hast Du Dich für den Weg der Königin entschieden?
Regina´s Antwort zu dieser Frage finde ich so kostbar, dass ich einen extra Blog-Beitrag draus gemacht hab – enjoy hier!

+ Was hat das GAIA-Prinzip und der Weg der Königin bisher in deinem persönlichen und beruflichen Leben verändert?

Ich bin weicher geworden – auch eine Freundin gab mir neulich dieses Feedback. Und zugleich erhebe ich meine Stimme mehr als zuvor, ich setze Grenzen und stehe für mich ein. Gerade jetzt in der Zeitqualität von „Essenz und Rückzug“, die am 21. Dezember ins „Innehalten“ übergeht, merke ich, wie stark sich etwas in mir verändert hat: Ich spüre schon länger, dass sich etwas Neues in mir vorbereitet. Doch was genau es ist, das weiß ich nicht. Jetzt kann ich mich auf neuer Ebene, noch tiefer, in das Nichtwissen hineinbegeben. In das Dunkle, auch den Schatten. Gleichzeitig fühle ich mich gehalten, wie von sanften und starken Armen umfangen, ich darf auf festem Grund ruhen.

Für mich hat sich bestätigt und verstärkt, dazu beizutragen, dass unsere Beziehung zu uns selbst, zueinander und zur Erde lebensförderlich wird. Ich ahne, dass die tiefe Verwundung des Weiblichen, die ich spüre, nicht nur Wurzeln in meinem persönlichen Leben hat. Da wirkt vieles zusammen – historisch, gesellschaftlich, über die Generationen hinweg. Ich recherchiere hier auch viel. Ich weiß aus tiefstem Grund, dass in dieser Beziehungsgestaltung meine Aufgabe liegt. Doch welche Formen will das annehmen? Wie wollen sich derzeitige Formen womöglich ändern? Ich erlaube mir, in die Essenz einzutauchen: Was will das Leben von mir? Wie kann ich in meinem Talent bestmöglich wirken?

Einen konkreten Schritt habe ich getan mit einem tiefenökologischen Mini-Workshop im November, in welchem ich in die „Arbeit die wiederverbindet“ (The Work That Reconnects) nach Joanna Macy vorgestellt habe. Und ich nehme ganz stark in den Coachings wahr, dass die Prozesse auch für meine Klientinnen tiefergehen. Sich gleichzeitig auch etwas entspannt: Es ist ein großes Verständnis da bei den Frauen, dass es bei einer Transformation keine Hau-Ruck-Lösungen gibt. Dass das ein Weg ist. Und auf den wollen sich die Frauen, die zu mir kommen, vermehrt einlassen.

+ Wo und wie erlebst Du das GAIA-Prinzip und den Weg der Königin als stärkste Unterstützung?

Als besonders  unterstützend erlebe ich, dass der Lerngang auf ein Jahr angelegt ist und wir alle Gaia-Rhythmen gemeinsam durchlaufen. So bin ich nicht alleine damit unterwegs, die einzelnen Qualitäten zu erforschen, sondern treffe in den Modulen die Leiterinnen und die anderen Teilnehmerinnen. Auch zwischen den Modulen sind wir in Verbindung und unterstützen uns. Dieser gemeinsame Weg hat eine starke Kraft. Und dafür nehme ich die Anfahrt aus Zürich gerne auf mich.

Ich finde es wertvoll, dass ich Tools kennenlerne, die ich natürlich für mich selbst anwenden, aber darüber hinaus auch in meine Coachings, Workshops und den Courage Circle integrieren kann. Ganz besonders schätze ich die Rituale, die in jedem Modul ihren Platz finden. So haben wir im Oktober beispielsweise ein Ritual gemacht, wo es darum ging, auf das Gaia-Jahr zurückzublicken und zu schauen, was gut lief und wofür ich dankbar bin, und was eher herausfordernd war und ich loslassen möchte. 

+ Würdest du den Weg der Königin und das GAIA-Prinzip weiterempfehlen? Falls JA – warum? Falls NEIN – warum nicht?

Eine der vier Grundqualitäten des Gaia-Prinzips ist gelebte Wertschätzung. Den Weg der Königin und das Gaia-Prinzip empfehle ich aus tiefstem Herzen weiter. Du wertschätzt damit dich, deinen einzigartigen Weg, deine Arbeit in der Welt. Du wertschätzt damit deine weibliche Kraft, auch wenn du dich momentan vielleicht gar nicht kraftvoll fühlst. Du wertschätzt die Schwesternschaft mit anderen Frauen, mit Weggefährtinnen – denn alleine können wir den Weg nicht gehen. Du wertschätzt damit Gaia, Mutter Erde. Du wertschätzt das gemeinsame Weben an kooperativen Formen des Lebens, Zusammenlebens und Wirtschaftens.

Liebe Regina, herzlichen Dank für das Gespräch! Mehr Infos zu Regina, ihrem Wirken – und Kontakt: www.reginaschlager.ch

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