Sommer – Zeit zum Nichts tun

Sommer – Zeit zum Nichts tun! Wie hab ich mich als Schülerin auf diese Zeit gefreut! Und warum ist es jetzt so schwer geworden? Wer kann das wirklich noch? Sich eine Lange-Weile erlauben? Dabei ist sie Vorraussetzung, damit wir wieder kreativ werden können! „Muße und gelegentliche Faulheit sind nicht Zeitverschwendung, sondern nötig, damit Erlebtes und Gelerntes im Gehirn ihren Platz finden und mit Vorhandenem verknüpft werden können…“ las ich neulich in einem Lifestyle-Magazin. Dafür zuständig ist das „Default Mode Network“, das immer dann zu arbeiten beginnt, wenn der Geist eigentlich ruht. Was passiert hier genau?

Das »Default Mode Network« (Ruhezustandsnetzwerk) unterstützt dabei die nach innen gerichtete Aufmerksamkeit wie Selbstreflexion und das »AntiCorrelated Network« hat die Verarbeitung von Außenreizen zur Aufgabe. Wenn das menschliche Gehirn in diesen vermeintlichen Ruhezustand fällt, beschäftigt es sich vorwiegend mit sich selbst. Wenn also das Gehirn Zeit und Kapazitäten hat, reflektiert es über sich selbst, es tauchen Erinnerungen auf oder Bewertungen erlebter Situationen werden erneut reflektiert, Haltungen und Standpunkte werden überprüft und festgelegt. Man vermutet, dass dieses „Gedanken-Schweifen lassen“ wichtig für die Identitätsbildung und die Antwort auf Fragen wie „Wer bin ich?“ „Was bin ich?“ „Wie stehe ich zu einer Sache?“ ist, d. h., durch diese Beschäftigung mit sich selbst gelingt es dem Gehirn, ein kontinuierliches Ich aufrecht zu erhalten, obwohl man sich eigentlich ständig verändert.

Auch wenn Menschen also an nichts denken und ihren Gedanken freien Lauf lassen oder tagträumen oder beim vermeintlichen Nichtstun bzw. Faulenzen – heutzutage sagt man dazu Chillen – , ist das Gehirn dennoch höchst aktiv, wobei dann oft nur halb formulierte Gedanken aufblitzen und wieder verschwinden. In dieser Zeit ist das menschliche Gehirn vor allem deshalb aktiv, weil es umsortiert, umkodiert, speichert, neu verbindet, um sich für die nächsten Aufgaben vorzubereiten. Bei genauer Betrachtung des Gehirns im Ruhezustand zeigt sich, dass es aber nicht überall gleich aktiv ist, sondern an bestimmten Stellen besonders, eben im „Ruhestandardnetzwerk“, einem ganzen System von Gehirnarealen. Weiterlesen

Eine Studie zu dem Thema finden Sie hier.

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