Weise Wege der Entscheidungsfindung

Weise Entscheidungen treffen, den Ernteschnitt beginnen: im Gaia Prinzip zeigt sich ab Anfang August die Qualität des „Ernteschnittes“, die bis zum Herbstbeginn dauert. Eine herausfordernde Zeit, um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann die Entscheidung für einen Abschluss zu treffen ist, eine Ernte reif für den Schnitt ist! Denn: wer will schon keine weisen Entscheidung treffen? Und wie gehen wir mit Fehlern um, also mit getroffenen Entscheidungen, die sich im nachhinein als nicht passend heraus stellen? Wir sind umgeben – und manchmal mittendrin – von Entscheidungen, die „unweiser“ nicht sein könnten! Und doch durften wir grade in jüngster Zeit wieder erleben, dass auch ein Gesundheitsminister Fehler zugeben kann und entsprechende Konsequenzen zieht. Aber welche Wege führen zu wirklich weisen Entscheidungen? Hier einige wertvolle Anregungen aus unseren jahrelangen Erfahrungen:

Der richtige Zeitpunkt für den Erntebeginn, für Abschlüsse und Übergänge will gefunden werden. Eine gute Zeit, um klare Entscheidungen, auch welche, die vielleicht schon länger anstehen, zu treffen.“ Zitat von Veronika Lamprecht aus dem Gaia-Buch „Natürlich erfolgreich“

Welche Wege führen zu einer weisen Entscheidungsfindung?

Hirnforscher haben herausgefunden, dass wir täglich bis zu 20.000 Entscheidungen fällen. Die meisten dieser Entscheidungen sind Routine. Für diese haben wir die nötigen Erfahrungen oder einen klaren Referenzrahmen oder, wir treffen sie einfach intuitiv. Im Mittelpunkt steht dabei immer unser persönlicher Nutzen. Besondere Weisheit ist hier nicht (mehr) gefordert.

Im Businesskontext oder bei privaten komplexen Entscheidungen ist das oft anders. Da braucht es u.a. Argumente und ein rationales Vorgehen. Dass stimmt auch für bestimmte Bereiche. Nämlich dort, wo etwas nicht als Prototyping angelegt ist (es wird mit Fehlern und Rückkoppelungen weiterentwickelt), sondern als Pilotprojekt: dh. die Fehleranfälligkeit soll auf Null gesenkt sein. Einer meiner ersten Gaia-Kunden war ein Softwareentwicklungs-Unternehmen, dessen Techniker darüber klagten, dass sie immer „unreife Bananen“ liefern müssten: nach der Programmierung einer Maschine bräuchten sie eine ausreichende Testphase = Reifephase, in der das „Ding probeläuft“, um es auf Fehler beobachten zu können und diese zu beheben. Es wurde von der Zentrale die Entscheidungen getroffen, aus Kostengründen diese Phase immer mehr zu verkürzen. Dies führte zu mehr Fehlern nach der Auslieferung und zu mehr verärgerten Kunden. Diese rationale Entscheidung von der Zentrale wurde von den Mitarbeitern als nicht weise erlebt.

Besonders dramatisch und unverantwortlich sind solch fehlerhafte Entscheidungen aus Kostengründen, wenn mit Menschenleben bezahlt wird:

Das Unternehmen der Boing 737 MAX hat zwei weltweit aufsehenerregende Flugzeugabstürze zu verantworten, die auf elektronische Fehler zurückzuführen waren. Einige Wochen nach dem 2. Unglück kam die Pressenachricht, dass das Unternehmen sich dafür entschied, die Testphase – also die „Reifephase“ – für neue Flugzeugtypen wieder zu verlängern! Eine Entscheidung, die etwas zu spät kommt und weise gewesen wäre, wenn die Reifephase nicht in den letzten Jahren verkürzt worden wäre!

Intuition und Bewusstheit im Business

Es braucht Argumente und rationales Vorgehen für Entscheidungsfindung. Das glauben jedenfalls viele Führungskräfte noch immer, obwohl sie damit längst an ihre Grenzen gestossen sind. Sie Ich erlebe immer öfter, dass sich viele Führungskräfte auch auf ihre Intuition verlassen und rationale Entscheidungsparameter dann „nur noch“ als nachvollziehbare Begründungen für Aussenstehende dienen. Sendet doch das Bauchgehirn 10.000 mehr Impulse und Informationen an das „Großhirn“, als umgekehrt! Und das nicht nur betreffend Verdauung, wie Berliner Studien beweisen. Das hat bereits Rudolf Steiner gesagt, erzählte eine meiner „Königinnen“ beim Modul Ernteschnit im Rahmen des Lernganges „Weg der Königin“.

Die Intuition ist eine der wichtigsten Komponenten für das Treffen von Entscheidungen. Unsere Intuition ist für unser individuelles Sicherheitsempfinden und unser „Überleben“ verantwortlich. Sie wird also so entscheiden, dass unser „Überleben“ und das unserer Mitwelt sichergestellt ist.

Die Intuition ist dabei nur eine von 5 Navigationsmöglichkeiten, die gemeinsam zu klaren, weisen Entscheidungen führen. Die weiteren vier sind: Herzweisheit, Inspiration, Absicht/Ausrichtung und Ratio. Diese Berater*innen in uns sind ausführlich und praxisnah im Buch „Das innere Navi“ von Viviane Dittmar beschrieben.

Die Intuition hat noch eine Komponente: die Bewusstheit. Bewusstheit bedeutet, dass wir unsere intuitive Stimme artikulieren können, dass wir im Bewusstsein haben, was die Grundlage  für unsere intuitive Entscheidung ist. Bewusstheit bedeutet, sich seiner Geschichte und Verhaltensmuster bewusst zu sein, zu wissen, wann ich wie aus welchem Grund agiere oder reagiere. Das eröffnet nicht nur mehr individuelle Handlungsmöglichkeiten, es reduziert auch mittelfristig den Stresslevel, weil ich mir in meinen Entscheidungen sicher sein kann.

Die Natur für weise Entscheidungen miteinbeziehen

Ein weiser Weg der Entscheidungsfindung ist es, mit meiner Bewusstheit mit der „Bewusstsein der Natur“ in Beziehung zu treten und sie um „Rat“ bzw. ihre Botschaft zu fragen. Ein „Vision Quest“ kann – muss aber nicht – 11 Tage dauern: auch ein bewusster einstündiger Weg durch eine möglichst ursprüngliche Natur – mit einer bestimmten Frage gehend – bringt Botschaften, die zu weisen Entscheidungen führen. Wichtig dabei ist eine passende Einstimmung, damit ich innerlich leer, zentriert und mit der Weisheit der Natur verbunden, losgehe. Meditation, Entschleunigung, Stille, Tanz, Musik und sanfte Bewegung sind gute Möglichkeiten, um in den gewünschten entspannten Ruhezustand zu kommen. Zu Ernteschnitt praktizieren wir den „vertiefenden Wahrnehmungs-Weg, in dem wir Pflanzen um ihre Botschaften bitten. Tiefes Bewegt-Sein ist die Folge und Einsichten, die tiefer nicht sein könnten. Ich persönlich treffe keine wichtige Entscheidung mehr, ohne vorher die Natur, das Universum, Gaia, die Weisheit des Leben… (es gibt soviele Namen dafür!) um ihre Botschaft gefragt zu haben. Noch nie hab ich, seit dem ich diesen Botschaften folgen, eine „nicht-weise“ Entscheidung getroffen!

Schoßraum als Ratgeberin

In den letzten Jahren hat sich grade für uns Frauen auch unsere Körperweisheit wieder mehr als Entscheidungshilfe und Ratgeberin, entfaltet, im speziellen unser weibliches Kraftzentrum – die Gebärmutter. Sie ist ein „heiliger innerer Schöpfungsraum“, die uns aus Ruhe, Stille, Entschleunigung heraus mit der universellen Weisheit & Power verbindet. Bei Männern und Frauen wird diese Schoßraumkraft auch als Hara bezeichnet. Indigenen Traditionen folgend sind wir Frauen eingeladen auf unseren Schoßraum als Sitz der urweiblichen Weisheit zu hören – Männer auf ihr Herz als Sitz ihrer männlichen Weisheits-Intelligenz.

Gaia-Karten und „Rat der Gaia-Archetypen“ als Entscheidungshilfen

Eine weiterer Weg für weise Entscheidungen ist der „Rat der Gaia-Archetypen“, den Dr. Eva Peter und ich gemeinsam für den „Weg der Königin“ entwickelt haben. Willst du mehr darüber wissen, sende ein mail an gaia @ gaia-akademie.com! 

Umgang mit Fehl-Entscheidungen

Vielleicht waren manche Entscheidungen in der Vergangenheit weniger weise. Vielleicht ist nicht alles nach dem Visions-Plan gereift. Fehler und Mißernten sind ein Teil des Lebens und ermöglichen besonders tiefgreifende Weiterentwicklungen – auch wenn dies nicht gleich sichtbar ist! In der Natur kommen die unreifen, fauligen Früchte auf den Kompostplatz, der es in Dünger für das Neue verwandelt. In der Natur geht nichts verloren und keine Erfahrung ist „umsonst“. Deshalb ist die Aneignung einer „Fehlerkultur“ ein wichtiges Element in einer  nachhaltigen Unternehmenskultur.

Ernteschnitt bedeutet, die Essenz des bisherigen Jahres zu erkennen. Die Konzentration auf das Wesentliche ermöglicht, die besten Früchte zu sehen und beherzt zu ernten!

Entscheidung für die Liebe

Wege von weiser Entscheidungsfindung sind auch im Beziehungsleben besonders bedeutsam. Viele Paare kommen zu uns, weil sie meinen, sie müßten sich trennen. Es geht einfach nicht mehr – als letzten Ausweg wählen sie ein Einzel-Paar-Retreat bei uns im Schloss Eschelberg. Ein ausführliches, ehrliches Gespräch, Zuhören, unser sicherer Raum und meine Fähigkeit des vertiefenden Wahrnehmens bringen ein schnelles Erkennen, welches Thema gesehen werden will. Manchmal ist es eine systemische Veränderung der Beziehungskonstellationen, die eine Erlösung bringt. Manchmal ist es das Erlernen einer heilsamen Paarkommunikation, die auch zuhause angewandt werden kann. Immer löst der Blick aus einem anderen Standpunkt, der ohne Hilfe von aussen nicht eingenommen werden kann, etwas in der Konfliktsituation gut auf.

Meine Beoachtung ist, dass es in den wenigsten Fällen um eine Entscheidung zur Trennung geht. Meist geht es um die weise Entscheidung, sich Unterstützung von außen zu holen – niemand kann seine eigenen blinden Flecken selber sehen! Mein Mann und ich sind jedesmal tief berührt, wenn wir die Liebe und Anziehung zwischen den grade noch verfeindeten Menschen erleben dürfen! Und besonders schön ist zu beoachten, wie diese Liebe bleibt – die Paare haben sich eine neue Beziehungsebene und Liebeskultur eröffnet, die nachhaltig wirkt.

Wie kommen wir zu Entscheidungen?

Die Leipziger Neurowissenschaftlerin Tania Singer leitet ein Max-Planck-Institut und arbeitet mit anderen ÖkonomInnen und SozialwissenschaftlerInnen zusammen, um solchen und ähnlichen Fragen auf den Grund zu gehen. „Jede Entscheidung entsteht durch Motivation“, sagte sie 2012 auf dem Global Economic Symposium in Rio den TopmanagerInnen und NGO-ChefInnen, WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen. „Motiviation könne aus 3 Systemen stammen: dem „Seeking System“, dem „Threat System“ und dem „Caring System“. Anders ausgedrückt: wir werden zu Entscheidungen motiviert durch Streben nach mehr, aus Sorge oder aus Altruismus, Mitgefühl. Jedes System wird durch Ausschüttung eines Hormones identifiziert: beim Streben steht Dopamin im Vordergrund, beim Sorgen, ängstlich sein Cortison und beim Mitgefühl Oxytocin.“
Auszug aus „Anders denken! Warum die Ökonomie weiblicher wird, 2013

Weise Entscheidungen zu treffen zieht sich wie ein roter Faden durch den Lerngang „Der Weg der Königin – Führen aus der weiblichen Kraft“ . Herzliche Einladung, dabei zu sein und gemeinsam diese Kompetenz wieder zu erweitern!

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